22.04.2021 | Tina Altmann

Gedanken zur Digitalen Transformation

Im April stand uns Christian Blumensath, Digital Transformation Director der Tech Data DACH, Rede und Antwort. Worum ging es? Natürlich um die Digitale Transformation…

Redaktion: Was macht eigentlich ein Digital Transformation Director?

Es geht darum, analoge und manuelle Prozesse in digitale, automatisierte Prozesse umzuwandeln. Gestartet haben wir mit dem Automatisierungsansatz schon vor 10 Jahren – aus einer bekannten Not heraus: Jeden Tag empfangen wir beispiels-weise E-Mails, die mit der immer gleichen Logik bearbeitet werden müssen. Hier haben wir zuerst mit der Automatisierung angesetzt. Nachdem wir mit einfachen Prozessverbesserungen gestartet sind, steuern wir mittlerweile eine Vielzahl an komplexen automatisierten Prozessen.

Redaktion: Was bringt einem Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung?

Effizienz ist ein wesentlicher Faktor, der gewonnen wird. Es werden manuelle Ressourcen freigesetzt, die anderweitig eingesetzt werden können. Die Schnelligkeit der Prozesse liefert darüber hinaus einen besseren Service für Kunden und damit eine höhere Customer Experience.

Redaktion: Macht Digitalisierung nur für große Systemhäuser Sinn?

Ein klares Nein. Digitalisierung und Automatisierung macht meines Erachtens für jede Unternehmensgröße Sinn. Es kommt eher auf die Prozesse an – wo wiederholt sich ein Prozess, wo könnte Zeit gewonnen werden, welcher neue Nutzen ergibt sich? Wichtig ist, „digital zu denken“ – dabei muss man nicht zwangsläufig programmieren können. Es gibt mittlerweile genügend Tools, oft in bestehenden Programmen wie Microsoft Office 365 oder auch von spezialisierten Start-ups, mit denen auch kleinere Unternehmen Prozesse verschlanken und digitalisieren können.

Redaktion: Wo kann Digitalisierung anfangen? Ein Beispiel bitte …

Manchmal sind es die einfachen Tools – nehmen wir beispielsweise die Terminvereinbarung eines IT-Händlers mit seinem Kunden. Es wird hin und her telefoniert, um einen Termin auszumachen. Einfach und zeitsparend kann ein Terminbuchungssystem eingesetzt werden, in dem der Endkunde sich seinen Wunschtermin in einem freigeschalteten Kalender aussucht und direkt vereinbart. Eine automatische Bestätigung sowie der automatische Termineintrag erfolgen für „beide Seiten“.

Redaktion: Wo fängt man an?

Wenn man sein eigenes Unternehmen anschaut, merkt man ganz schnell, wo viel Zeit für monotone, sich wiederholende Dinge verwendet wird. Auch wenn man viel digitalisieren kann, macht es Sinn, dort anzusetzen, wo der größte Nutzen herausgezogen werden kann – auch aus Sicht des jeweiligen Kunden!

Redaktion: Was ist neben der rein technischen Umsetzung das Wichtigste?

Für mich ist wichtig, die Mitarbeiter abzuholen und mitzunehmen. Und ihnen zu verdeutlichen, was sie und ihre Kunden dadurch gewinnen – z. B. Zeit für deutlich spannendere, interessantere Aufgaben oder Projekte.

Redaktion: Was würden Sie – außerhalb von Tech Data – am liebsten transformieren?

Alles, was in einer „Amtsstube“ passiert – Stichwort: eGovernment. Diese gewonnene Freizeit wüsste ich sehr gut anderweitig zu nutzen.

Redaktion: Herzlichen Dank für das Gespräch!