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22.07.2021 | Tina Altmann

Konrad Seebauer teilt seine Gedanken zur Digitalisierung an Schulen

Als Vater eines 7-jährigen Sohnes liegt Konrad Seebauer, Vice President Operations DACH & Endpoint Solutions Germany der Tech Data, die Digitalisierung von Schulen klar am Herzen. Hier ein paar Gedanken zur aktuellen Situation und was der ITK-Channel dazu beitragen kann.

Konrad, Sie sind selbst Vater eines 7-jährigen Sohnes – wie schätzen Sie  die Situation an unseren Schulen ein?

Ehrlich gesagt: Größtenteils sehr schwierig. Während einige Schulen z.B. bereits Microsoft Teams einsetzen, haben andere Schule noch Schwierigkeit mit der Bedienung der Kontrasttaste am Kopierer. Wir sind also weit entfernt von konzeptionellen Lösungen und finden eine sehr fragmentierte IT-Schullandschaft vor. Hier sind eine professionelle Bestandsaufnahme und Beratung dringend notwendig.

Die größte Herausforderung für Schulen ist es, dass sie kein IT-Knowhow oder eigene IT-Abteilungen haben. Lehrer betreiben eine Art Teilzeit-IT – oft neben ihrem eigentlichen Job. Das bedeutet Schulen sind abhängig von dem freiwilligen und privaten Engagement einiger weniger und wie unterschiedliche das ist, kann glaube ich jeder aus eigener Erfahrung oder Erfahrungen im Bekanntenkreis berichten.

Was ist für Sie das Wichtigste, damit ein Schulprojekt erfolgreich wird?

Es ist der notwendige Schulterschluss zwischen Systemhaus, Lehrern und Schulträgern – dieser muss frühzeitig gesucht werden. Alle Parteien sollten von Anfang an in die Konzeptionsphase eingebunden werden, um zu erarbeiten, wie die Lerninhalte zukünftig vermittelt werden sollen. Für viele Systemhäuser ist die „Funktionsweise“ von Schulen noch Neuland, zum Beispiel der Begriff medienpädagogischer Entwicklungsplan ist ein Schlüsselthema, das bisher die meisten noch nicht einmal kannten. Am Ende ist auch ein langfristiges Betreuungs- und Servicekonzept notwendig.

Welche Services müssen Partner in der Lage sein zu erbringen?

Sie müssen die Sprache der Lehrer lernen und verstehen, und wie das Schulwesen in den einzelnen Bundesländern oder sogar Kommunen organisiert ist. Es sind Lösung von A-Z notwendig und nicht nur z.B. ein paar Tablets oder Notebooks zu verkaufen. Spätestens bei einem Generationswechsel der Devices oder aber auch der Schüler müssen diese Devices upgegradet oder zurückgesetzt werden, um bereit für die nächsten Schüler zu sein. Das Thema DSGVO wird hier auch eine wichtige Rolle spielen. Auch werden Finanzierungslösungen für Schüler und Eltern wichtig sein, um nach Bedarf die Einmalbelastung für Familien zu reduzieren.

Mit der neuen How2educate-Plattform bieten wir einen guten Einstieg und konkrete Lösungsansätze. Was noch?

Neben der Erklärung des Digitalpakts und Aufteilung der Fördergelder auf die Bundesländer geben wir einen Überblick der Hersteller mit deren Education-Programmen sowie deren relevanten Produkten und unterteilen diese benutzerfreundlich in logische Kategorien. Der Produktfinder und -berater kann vom Vertriebspartner z.B. dafür genutzt werden, direkt im Gespräch mit einer Schule Lösungen und Produkte durchgehen und so vor Ort  zu beraten. Zusätzlich gibt es Finanzierungslösungen mit Beispielkalkulationen.

Können Sie uns die nächsten Schritte verraten?

Gerne. Wir würden gerne aus der Praxis kommend konkrete und komplette Gesamtlösungen designen und unseren Partnern als Referenzmodelle bereitstellen sowie einen Experten-Finder umsetzen. Ansonsten warten noch viele Ideen auf die Umsetzung, wie z.B. ein Podcast zum Thema Education.

Wir sind schon gespannt auf die nächsten Ideen & Umsetzungen.
Herzlichen Dank für das Gespräch, Konrad!