CMS Vergleich:
Welches ist das beste Content Management System?

Inhalte für das Internet oder das Intranet erstellen und veröffentlichen: Das erledigen Unternehmen mit einem Content Management System. Aber welche Arten gibt es, wie unterscheiden sie sich und wie finden Firmen die beste Software für ihren Bedarf? Das erklärt unser Content-Management-System-Vergleich.

 

Definition: Was leisten CMS-Systeme?

Ein Content Management System (CMS) ist eine meist webbasierte Software, um digitale Inhalte zu erstellen, zu bearbeiten, zu verwalten und zu publizieren. Damit entstehen dynamische Homepages oder Intranets, bei denen der Content jederzeit und bei Bedarf in Echtzeit aktualisiert werden kann. Meist erledigen Anwender das einfach über eine grafische Benutzeroberfläche im Browser. Programmierkenntnisse sind nicht nötig.

Zu Inhalten gehören Texte, Bilder, Videos, Podcasts oder Formulare. Im CMS wird zudem festgelegt, wie eine Seite aussieht: Wo stehen Bilder und Menüs, wie sieht der Hintergrund aus?

Zum Einsatz kommen CMS in Unternehmen, Redaktionen und Agenturen, aber auch bei Vereinen oder Bloggern.

Ein CMS bietet viele Vorteile:

  • dynamische statt statische Webseiten.
  • leichte Bedienbarkeit ohne technische Vorkenntnisse.
  • einfaches Verwalten von Inhalten.
  • unkompliziertes Anpassen des Designs.
  • einfache Suche nach Inhalten.
  • von jedem internetfähigen Gerät aus zugänglich.
  • einfache Skalierbarkeit, weil weitere Seiten einfach hinzugefügt werden können.

 

CMS-Auswahl: Welche Arten von Systemen gibt es?

CMS lassen sich auf unterschiedliche Arten voneinander abgrenzen.

 

Selbst gehostete Systeme vs. Website-Baukästen

Ein CMS besteht meist aus einem Baukastensystem, bei dem Module hinzugefügt werden können. Bei manchen Varianten ist das aber nur begrenzt möglich.

Ein stark vereinfachtes CMS bieten Website-Baukästen wie Wix.com. Eine Seite kann unkompliziert mit Inhalten befüllt werden, dafür sind die Anpassungsmöglichkeiten eingeschränkt. Diese CMS eignen sich eher für schlichte Seiten mit wenigen Inhalten. Unternehmen müssen sich nicht um Einrichtung, Backups, Wartung oder Hosting kümmern, das übernimmt der Baukasten-Anbieter.

Bei CMS mit umfangreicheren Funktionen sind Unternehmen selbst für das Hosting verantwortlich – oder sie beauftragen einen Dienstleister damit. Weil sie wissen, wo Daten gespeichert sind, haben sie mehr Kontrolle über ihren Content und der Datenschutz ist sichergestellt. Zudem sind sie flexibler, weil das CMS anpassbar und skalierbar ist.

 

Open-Source vs. proprietär

Viele CMS sind Open-Source-Software, etwa WordPress oder TYPO3. Sie werden von einer Community von Programmierern weiterentwickelt. Dadurch sind diese Tools zukunftssicher. Der Quellcode ist frei zugänglich: Sicherheitslücken und Probleme werden schnell erkannt und behoben. Unternehmen können diese CMS an individuelle Anforderungen anpassen und erweitern. Lizenzkosten fallen nicht an.

Bei einer proprietären Lösung entwickelt und vertreibt ein Unternehmen ein CMS, etwa IBM, Adobe oder Oracle. Kunden erwerben dafür eine kostenpflichtige Lizenz. Enthalten sind meist Support sowie unterschiedliche Funktionen out of the box. Es sind aber meist weniger vielfältige Erweiterungen verfügbar. Weil der Quellcode nicht öffentlich ist, sind Schwächen und Sicherheitslücken für Hacker schwerer einsehbar. Darum können diese Systeme sicherer sein.

 

Datenbank vs. Flat-file

Ein CMS arbeitet klassisch mit relationalen Datenbank-Verwaltungssystemen wie MySQL. Daten werden dabei in Tabellen abgelegt. Jede Zeile ist ein Datensatz mit einer eindeutigen ID. Die Spalten beinhalten Attribute dieser Daten. Inhalte werden bei einer Anforderung dynamisch zusammengefügt. Mit diesen CMS können komplexe Projekte flexibel realisiert werden. Die Datenbanken benötigen aber einen für sie eingerichteten Server.

Flat-File-CMS kommen dagegen ohne Datenbanken und Management-System aus. Systeme wie Kirby, Grav, Statamic oder Bludit speichern Daten als Dateien in einer Ordnerstruktur auf dem Server. Das spart Platz und die Verwaltung ist durch die einfache Struktur unkompliziert. Inhalte werden schnell abgerufen, viele Funktionen wie Backups lassen sich per Copy-and-paste erledigen. Andererseits sind für Flat-File-Systeme weniger fertige Themes oder Erweiterungen verfügbar. Auch die Einrichtung ist meist komplizierter.

 

Die 4 bekanntesten CMS-Systeme im Vergleich

Die vier weitverbreiteten CMS haben vieles gemeinsam: Sie sind Open-Source, werden jeweils von einer großen Community unterstützt und sind damit zukunftssicher. Die Anbieter in der CMS-Übersicht:

 

TYPO3: Das umfangreichste Open-Source-CMS

TYPO3 wurde 2001 erstmals veröffentlicht. Das leistungsstarke CMS bietet schon in der Basisinstallation umfangreiche Features, etwa eine ausgefeilte Rechteverwaltung für Anwender und Administratoren. Damit kann detailliert gesteuert werden, welcher Anwender was darf.

Die Funktionalitäten können mithilfe von mehr als 10.000 oft kostenlosen Plugins, Modulen, Templates und Widgets erweitert werden. TYPO3 ist einfach skalierbar und in über 50 Sprachen verfügbar.

Zielgruppe von TYPO3 sind vorwiegend mittelständische Unternehmen und Firmen mit großen Webseiten. Praktisch ist das CMS für sie vor allem, wenn sie mehrsprachige Webpräsenzen unterhalten.

Die Vor- und Nachteile von TYPO3:

+ viele Funktionen und Erweiterungen

+ Umsetzung komplexer Projekte mit Enterprise-Anforderungen möglich

+ gilt unter anderem durch die umfangreiche Rechteverwaltung als sicher

– im Backend sind Fachkenntnisse nötig

– sehr komplex

 

WordPress: Das meistgenutzte CMS

WordPress ist weltweit das meistgenutzte CMS zum Betrieb von Webseiten: Es hat einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Die erste Version erschien 2005 ursprünglich für Blogs. Seitdem wird die Software ständig weiterentwickelt und schon lange auch zur Verwaltung von Webseiten verwendet.

WordPress wirbt damit, in fünf Minuten installiert und einsatzbereit zu sein. Unzählige Themes mit bestimmten Designs und Funktionen sind verfügbar. Sie werden mit über 50.000 kostenlosen und kostenpflichtigen Plugins individuell erweitert. Die Bandbreite ist riesig: Es gibt etwa Add-ons für Shopsysteme, Foren, Kontaktformulare sowie zur Newsletter-Verwaltung oder Suchmaschinenoptimierung.

Durch die vielfältigen Möglichkeiten hat WordPress eine breite Zielgruppe – von Selbstständigen, die ihr Portfolio zeigen, bis hin zu größeren Firmen mit Webshop.

Die Vor- und Nachteile von WordPress:

+ einfache Installation, Einrichtung und Anpassung

+ unzählige Templates und Erweiterungen verfügbar

+ gute Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung

– starre Benutzerrollen

– Wegen der starken Verbreitung anfällig für Hackerangriffe

 

Drupal: Viele Community-Features

Drupal erschien 2001 als Portal zum Austausch von Informationen gedacht. Seitdem entwickelte es sich zum CMS mit Baukastensystem. Ein Schwerpunkt liegt aber weiterhin auf dem Aufbau von Community-Funktionen, etwa mit Foren oder Blogs. Externe Mitglieder können Inhalte mit anderen erstellen und sich austauschen. Drupal hat dafür ein differenziertes Rechte- und Rollensystem integriert.

Das CMS bietet zudem Standardfunktionen zum Aufbau von Artikeln und Webseiten. Auch Drupal kann mit Erweiterungen angepasst werden – es sind aber weniger als bei WordPress oder TYPO3. Die Plattform veröffentlicht regelmäßige Sicherheits-Updates und eignet sich hauptsächlich für Unternehmen, die auf interaktive Community-Features Wert legen.

Die Vor- und Nachteile von Drupal:

+ viele Möglichkeiten für Communitys

+ durchdachte Benutzerverwaltung

+ entwicklerfreundlich, weil das Backend angepasst werden kann

– Konfiguration und Administration sind aufwendiger

– weniger benutzerfreundlich

 

Joomla: Schlankes und unkompliziertes CMS

Joomla besteht seit 2005 und gilt von Haus aus als schlank und gut skalierbar. Mithilfe von einigen tausend Add-ons können die Basisfunktionen erweitert werden.

Die Software lässt sich nach Angaben der Betreiber in weniger als einer Minute installieren. Einfach sind außerdem Einrichtung und Verwaltung – genau wie die Eingabe von Inhalten über einen intuitiven Editor, ähnlich wie bei WordPress. Joomla gilt als sicher, wenn Anwender Security-Updates regelmäßig einspielen. Aufgrund seiner unkomplizierten Bedienung richtet es sich vorwiegend an kleinere und mittelgroße Unternehmen.

Die Vor- und Nachteile von Joomla:

+ Basisversion benutzerfreundlich

+ leicht erweiterbar

+ Mehrsprachigkeit integriert

– Erweiterungen erfordern oft Einarbeitung

– weniger Auswahl an Komponenten

 

Entscheidungskriterien: Welches CMS ist das richtige?

Wenn sich ein Unternehmen für ein Content Management System entscheidet, will es damit langfristig arbeiten. Der Wechsel auf ein anderes CMS ist oft aufwendig und mit erheblichen Kosten verbunden. Aber welches CMS ist das beste? Das hängt von individuellen Ansprüchen ab. Die folgende Auflistung zeigt relevante Auswahlkriterien:

  • Funktionsumfang: Wie viele und welche Basisfunktionen bietet das CMS und wie einfach lässt es sich erweitern? Welche Add-ons und Templates stehen zur Verfügung? Sind darunter die, die für das Unternehmen wichtig sind?
  • Skalierung: Wie einfach lassen sich CMS und Webseite an veränderte Bedürfnisse anpassen? Kann das System mit hohen Nutzerzahlen umgehen?
  • Usability: Wie benutzerfreundlich ist das CMS – sowohl für Anwender als auch für Administratoren? Kann das Backend problemlos angepasst werden, falls nötig?
  • Budget und vorhandene Ressourcen: Können interne Administratoren mit dem CMS umgehen oder braucht es externe Dienstleister? Wie teuer ist das Hosting und welche Kosten entstehen bei der Individualisierung des CMS? Wie teuer sind kostenpflichtige Module? Müssen eigene Erweiterungen entwickelt werden?
  • Rechte und Rollenverteilung: Wie viele Administratoren oder Redakteure sind notwendig, was dürfen externe Mitglieder? Wie gut lassen sich die Rollen anpassen?

 

Haben Unternehmen die CMS auf diese Kriterien hin überprüft, kann das weitere Vorgehen zur Auswahl des passenden Systems so aussehen:

  • Die eigenen Anforderungen dokumentieren: Welche Funktionen sind wichtig, welche Nutzerzahlen werden erwartet, welche Rechte und Rollen sind nötig?
  • Potenziell geeignete Systeme auswählen: Welche CMS kommen infrage und erfüllen die Anforderungen am besten?
  • Testen, testen, testen: Verschiedene Systeme sollten ausprobiert werden, um herauszufinden, wie sich mit ihnen arbeiten lässt und ob sie den Ansprüchen genügen.

 

 

Wie IBM Unternehmen beim Betrieb eines CMS hilft

IBM hat proprietäre CMS-Lösungen im Portfolio, etwa das Enterprise Content Management ECM. Ferner hilft der Anbieter Kunden, ein Open-Source-CMS zu hosten – in der Public Cloud. Mithilfe von Platform-as-a-service (PaaS) stellt IBM eine Cloud-Computing-Umgebung mit Hardware, Software und Betriebssystem zur Verfügung. Unternehmen müssen sich nicht um Bereitstellung und Betrieb der notwendigen Infrastruktur kümmern. Darauf können verschiedene Anwendungen entwickelt, ausgeführt und verwaltet werden – auch ein Content Management System.

In der IBM Cloud stehen dann verschiedene Open Source Cloud Paks bereit, mit denen bestehende Anwendungen effizienter gestaltet und mit Mehrwert versehen werden können. Sie können beispielsweise Daten einheitlicher erfassen, organisieren und analysieren. KI-Tools helfen, Workloads zu automatisieren. Es ist außerdem möglich, Inhalte auf geografisch verstreute Knoten aufteilen, um die Distanz zu reduzieren, die sie zum Endbenutzer zurücklegen.

Fazit: Mit einem CMS erstellen und publizieren Unternehmen unkompliziert dynamische Webseiten und Inhalte. Die entsprechende Datenbank oder die Daten können sie in einer Public Cloud hosten. IBM hilft mit seiner eigenen Cloud-Umgebung, die Arbeit mit dem CMS effizienter zu gestalten.