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Lizenzierung


Java SE Subscription - Lizenzierung

Ihr direkter Ansprechpartner

Svend Back

+49 89 4700 3112
sback@techdata.de

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Einleitung

1995 hat die Programmiersprache Java seinen Siegeszug in die Entwicklungsabteilungen von Unternehmen und SW-Firmen gestartet. Neben der Syntax für die Programmierer entwickelte sein Erfinder Sun Microsystems auch eine Laufzeitumgebung (JRE – Java Runtime Environment) für alle wichtigen Umgebungen wie Windows, Linux und Unix. Ein Java Programm wird im Regelfall einmal entwickelt und läuft dann ohne Änderung auf allen Plattformen. Diese Plattformunabhängigkeit ist immer noch unerreicht – eine Art Esperanto für SW.

Sun Microsystems und damit auch Java wechselten 2010 den Besitzer und gingen in Oracle auf. Oracle hielt die kostenfreie Weiterentwicklung und Verbreitung der SW für Server und Desktops bei. Für spezielle HW wie z.B. Handys, Geldausgabegeräte oder auch Settop-Boxen wurden dagegen immer schon Lizenzen verkauft. Man erinnert sich sicher an die Pressemeldungen über die Streitigkeiten zwischen Google und Oracle zu den Java Lizenzen für Android-Geräte.

Java ist immer noch eine der am weitesten verbreiteten Programmiersprachen und Laufzeitumgebungen, auch wenn die Anwendungen auf dem Desktop (z.B. Java Applets im Browser) zurückgehen. Eines bekanntesten Java Programm in Deutschland war die letzten Jahr die SW zum Erstellen der elektronischen Steuerklärung (ELSTER).

Was ändert sich gerade?

Nachdem in der Vergangenheit die Release-Zyklen langlebige Major Versionen als Meilensteine hervorbrachten

  • Java 6: verfügbar seit 2006
  • Java 7 verfügbar seit 2011
  • Java 8: verfügbar seit 2014

ist man jetzt zu 6 Monatszyklen übergegangen.

Release Daten der neueren Versionen:

  • Java 9: 21. Sep. 17
  • Java 10: 20. März 18
  • Java 11: 25. Sep 2018
  • Java 12: geplant für März 2019.

Versionen mit länger anhaltendem Support, wie er z.B. für Produktionsumgebungen in Unternehmen gebraucht wird, werden LTS Versionen (Long Term Support) genannt.:

  • Java 11 ist die aktuelle LTS Version.
  • Java 17 (geplant für September 2021) wird die nächste LTS Version sein.
  • Java 8 ist ebenfalls eine LTS Version.

Zusätzlich zu den schnelleren Versionswechseln hat Oracle angekündigt, dass für die Version 8 ab Januar 2019 keine Patches mehr frei verfügbar sein werden. Stattdessen wird es immer nur für die aktuelle Version – also für jeweils ca. 6 Monate freie Patches geben.
Patches für LTS Versionen wie Java 8 gibt es für die Erwerber einer Java SE Subskription.

Es wird zwei Varianten der Java Umgebung geben, an denen Oracle arbeitet:

Wer ist betroffen?

  • Nutzer von Java 8, die auch nach Jan 2019 Support für Java 8 benötigen. Der Premier Support ist dann bis März 2022 verfügbar. Extended Support bietet Oracle darüber hinaus bis März 2025 an. Auch der Support für die ältere Version 7 ist noch bis Juli 2019 über die Subskription verfügbar; Extended Support bekommt man bei Oracle direkt bis Juli 2022.
  • Nutzer von Java 11, die die Oracle Version des JDKs kommerziell nutzen wollen. Dies sichert zudem den 7x 24h Support für das Oracle JDK.
  • Wenn nach Erscheinen von Java 12 Patches für die Langzeit supportete Java Version 11 benötigt werden. Der Premier Support ist dann verfügbar bis September 2023, der Extended Support bis September 2026.
  • Nutzer der kommerziellen Ergänzungen in Java SE wie z.B. den Java MSI Enterprise Installer

 

Ausnahmen sind:

  • Nutzung von SW Paketen, bei denen Java integriert ist. Der Wartungsvertrag für das eigentliche Produkt deckt auch die Wartung für die auf die spezifische SW eingeschränkte Nutzung (restricted use) von Java SE ab.
    Wie z.B. bei:

    • WebLogic Server Standard Edition für das Ausführen der Java Advanced Management Console
    • Coherence Standard Edition eingeschränkt auf Versionen ohne hot standby, cache overflow und off-heap storage
    • WebLogic Suite includes the right to make use of Java SE Suite (beschränkt auf die Nutzung im WebLogic Server, Oracle Container for J2EE und Coherence. Java SE kann auch bei den Clientpogrammen genutzt werden, die auf den WebLogic Server zugreifen.
    • Internet Application Server Enterprise Edition
    • GlassFish Server
    • Coherence Standard Edition One, Coherence Enterprise Edition und Coherence Grid Edition.
    • WebCenter Universal Content Management
    • WebLogic Suite for Oracle Applications
    • Cherence Enterprise Edition for Oracle Applications
    • Alle PeopleSoft Lizenzen
    • Historisch alte BEA Lizenzen
  • Ist Java für die Ablauffähigkeit eines Oracle Produkts erforderlich, so ist mit dem Support für das Oracle Produkt auch der Zugriff auf die ggf. erforderlichen Java Patches gesichert. Die Nutzung ist auf das Oracle Produkt eingeschränkt (restricted). Eine weitergehende Nutzung der Patches für Java Programme von Dritten ist nicht zulässig (siehe MOS Note 1, Zugriff nur mit bestehendem Wartungsvertrag).
  • Geräte wie Android Handys, Settop boxen, Geldausgabeterminals, für die es eigene OEM Verträge zwischen Hersteller des Gerätes und Oracle gibt.
    I.d.R ist mit einem Supportvertrag für diese Geräte auch der Update für die eingebettete Java Version enthalten
  • Nutzer des IBM Java SDKs oder von SAP Java.
    • IBM liefert für Power System, z/OS und IBM i eine OEM Version von Java aus. Das Oracle JDK ist für diese System nicht verfügbar.
    • Für das von SAP ausgelieferte Java bietet SAP Support an.

Muss ich handeln?

Die permanente Lizenz (das Nutzungsrecht) für Java 8 und Vorgängerversionen erlischt nicht mit dieser Änderung.

Privatnutzer erhalten noch bis Dezember 2020 kostenfrei die Patches über einen Autoupdate-Mechanismus. Achtung: Wer diesen Java Autoupdate Mechanismus im Unternehmen installiert hat, sollte seine Mitarbeiter informieren, dass diese nicht aus Versehen die nur noch für privaten Gebrauch nutzbaren Patches installieren und damit produktiv (und damit lizenzpflichtig) einsetzen.

Man sollte aber handeln, aus folgenden Gründen

  • Kaum ein kommerzieller Nutzer kann auf Security Updates verzichten.
  • Ein zusätzliches kommerzielles Oracle eigenes Feature wird genutzt:
    • Der MSI Installer steuert den unternehmensweiten Rollout von Patches und Java Versionen steuert und ist nur mit einer Java SE Subskription nutzbar.
    • für Administratoren: Java Advanced Management Console z.B. mit dem Java Usage Tracker, um die Nutzung von Java im Unternehmen zu protokollieren.
    • für Entwickler gibt es ein paar Pakete, die nur von Oracle mit Java SE verfügbar sind: Flight Recorder, Java Mission Control
  • Mit dem in der Subskription enthaltenen Support erhält man einen 7x24h Stunden Oracle Premier Support für das Produkt.

Was kostet mich die Änderung?

Für jeden Nutzer, der Java auf dem Desktop installiert hat:
26,04 € pro NUP (Named User Plus) für 1 Jahr Java SE Desktop Subscription
Ein Nutzer kann mehrere Geräte (z.B. Notebook und Arbeitsplatzrechner) bedienen. Wir eine Gerät im Schichtbetrieb genutzt, so sind alle Nutzer über alle Schichten als NUPs zuzählen.

260,40 € pro Oracle Prozessor für 1 Jahr serverbasierte Java Nutzung als Java SE Subscription
Die Zahl der Processor Lizenzen wird nach dem bekannten Schema über die Anzahl der physischen Cores multipliziert mit dem Faktor aus der Core-Faktortabelle berechnet.
HW-Partitionierung wird als Grenze für zu lizenzierende Systeme akzeptiert. Umgebungen mit SW-Partitionierung (z.B. VSphere, HyperV) sind komplett zu lizenzieren.

Es ist bei Desktopgeräten mit einer hohen Anzahl an Nutzern (z.B. eine Stechuhrapplikation) eine Lizenzierung als Server ggf. günstiger. Eine genaue Definition, was einen Server von einem Desktop unterscheidet, liefert Oracle leider nicht.

Wird eine Terminalserverumgebung lizenziert, sind die Anzeigeclients (z.B. IGEL Terminals) nicht zu betrachten, da dort kein Java installiert ist bzw. abläuft.

Fragen Sie uns nach Ihren Partnerdiscounts.

Längere Subskriptionszeiträume als 1 Jahr sind möglich müssen aber von Oracle vorab zusätzlich genehmigt werden.

Der Endkunde bekommt nach Bestellung der Java SE Subskription den Zugang zu den Patches in Form einer CSI Nummer (Customer Support Identifer). Tech Data liefert diese Nummer mit der Rechnung an seine Vertriebspartner.

Sowohl die kostenpflichtigen Patches als auch die kommerziellen Erweiterungen von Java SE sind über das Portal https://support.oracle.com erreichbar. In dem MOS (My Oracle Support) -Dokument 1439822.1 sind derzeit alle Java Downloads und Patches mit Links zusammengefasst.

Ein Lizenzschlüssel für Java ist auch weiterhin, wie bei allen Oracle Produkten, nicht erforderlich.

Sonderfälle

SW Anbieter – ISVs

Die Softwareanbieter haben drei Möglichkeiten, in Ihrer SW auf eine Java Runtime Instanz beim Kunden zuzugreifen.

  • Der ISV bettet Java in sein Programm ein. Ähnlich wie bei den ASFU Lizenzen für die Datenbank sind dies restricted use Lizenzen, die auch nur von der ISV Anwendung zu nutzen sind. Dies geht meist auch einher mit kleinen Änderungen (z.B. Löschen von nicht benötigten Teilen) an der Java SW.
    Oracle bietet für die ISVs einen eigenen Vertrag   (BLRA – Abkürzung für „Binary licence redistribution agreement“). Solche restricted use Lizenzen sind auch in einigen Oracle Produkten integriert (z.B. für Weblogic s.o.). Diese Java Versionen sind nicht für andere Zwecke als eben für die jeweilige Anwendung zu nutzen.
    Dies betrifft auch spezielle Geräte, auf dem eine spezielle Java Version läuft. Die Gerätehersteller haben hier Embedded Verträge mit Oracle. Der Endkunde kommt i.d.R. auch nicht in die Verlegenheit, selbst Java 11 zu installieren.
    Updates für Java 8 bzw. Java 11 gibt es nur vom ISV, der wiederum nur direkt von Oracle bedient wird. Tech Data kann das Vertragswerk nicht mit den ISVs aushandeln. Dies läuft über Oracle direkt.

 

  • Der ISV verteilt eine unveränderte Version von Java mit seinem Produkt. Dies ist mit der Standard Java Lizenz (bis Version Java 8) gedeckt.
    Die Weiterverteilung von Oracle Java 11 (Redistribution) durch den ISV ist ohne Vertrag nicht mehr zulässig.

 

  • Der ISV verteilt nur den Link, über den der Kunde die Java Version selbst herunterlädt und installiert.  Hier ist der Endkunde derjenige, der den Lizenzbedingungen zustimmt und sich um die Subskription kümmern muss. Er kann dann aber auch beliebige Programme (selbstentwickelte oder auch ISV Anwendungen laufen lassen). Dies bietet die meisten Möglichkeiten fürden Endkunden wie auch für Sie als Partner und ISV.

Outsourcing

Wenn alle Assets weiter dem Endkunden gehören, ist er auch der Kunde und Lizenznehmer für die Java SE Subskription.

Hoster, Cloudanbieter

Will ein Partner die Systeme mit installierter Java-Umgebung vermieten, muss er mit Oracle ins Gespräch kommen. Ein „Generisches Hosting“ ist nicht zulässig. Wird jedoch die Java Umgebung mit einer IP (intellectual property) des Partners angeboten, ist ein sog. Proprietary Application Hosting möglich. Dies ist von Oracle zu approven.

OpenJDK als Alternative zum OracleJDK

Eine Kompatibilität der APIs zwischen OracleJDK und openJDK ist oberstes Ziel der Java Entwickler und kann kaum als Argument für oder gegen eine Version des JDKs herangezogen werden.

Bei näherer Betrachtung der Distribution fällt auf, dass Oracle in seine Distribution oracleJDK mehr Komfort eingebaut hat:

  • Das Oracle JDK bietet diverse Installations Formate & Scripte:
    • .debian-Format (Linux), RPM (Linux), tar.gz (Linux, MacOS, Solaris SPARC), DMG (MacOS), zip und .exe (Windows))

während das openJDK als manuell zu installierende Dateibäume angeboten wird:

  • zip-Archiv, tar.gz-Datei
  • Bei Installation des openJDKs sind die Umgebungsvariablen PATH & JAVA_HOM von Hand zu setzen. Eine unternehmensweite Installation ist unter diesen Voraussetzungen eine Herausforderung.
  • Auf openJDK zu schwenken bedeutet, auf das Konzept von Longterm Releases zu verzichten.

Spätestens alle 6 Monate wird eine neue Java Version mit allen Updates eingeführt.

Dies mag für Entwicklungsumgebungen funktionieren.
Ein SLA für den Support gibt es nicht.